Ein herzliches Willkommen an alle Besucher meiner ersten und brandneuen Website und Blog!

Zu Beginn einige ziellose Gedanken:

Ich bin wahrscheinlich der letzte britische Pianist, der bis vor kurzem keine Website hatte; sogar mein Kollege, Martin Roscoe, mit dem ich seit knapp 40 Jahren gut befreundet bin, wurde von seinen Freunden noch vor mir dazu “gezwungen”, in die moderne Welt einzutauchen. Aber wie mit fast allem wird einem auch dieses „Neue“ mit der Zeit sicherlich leichter fallen und mehr und mehr Spaß machen.

Selbstkritik und Selbstzweifel gehören zum Leben eines Künstlers dazu; deshalb fällt es umso schwerer, uns selbst im Sinne des Selbstmarketings in ein positives Licht zu rücken. Deswegen werden sich die Verantwortlichen für die Inhalte dieser Website – die Firma premiertone und meine Londoner Agentur Ikon Arts Management – auch um diese Dinge kümmern, so dass ich frei bin für andere Themen als mich selbst.

Wie fängt man an? Diese Frage hatte mich bisher davon abgehalten, eine Website aufzubauen. Das und die Tendenz, die uns Musikern – vor allem Pianisten – eigen ist, alles auf der Prioritätenliste nach hinten zu schieben, wenn es ums Üben geht. Aber ich kann glücklicherweise mit Computern umgehen und tippe sehr schnell – also: keine Ausreden mehr! Dies wird also der erste von hoffentlich vielen Einträgen sein. Vielleicht werden es nur wenige Zeilen im Monat, vielleicht lange Tiraden (das hängt auch von den Reaktionen und Kommentaren ab).

In diesem Teil der Website werde ich nicht auflisten, was ich alles mache, wo ich spiele und von meinen positiven Kritiken erzählen (von meinen schlechten natürlich erst recht nicht). Ich werde nicht darüber schwelgen, wie toll alles gelaufen ist und laufen wird. Das ist nicht mein Stil, und im Cyberspace gibt es schon viel zu viel davon. Ich muss niemandem sagen, was sie von meinem Klavierspiel halten. All diese Dinge werden in anderen Teilen der Website dargestellt.

Ich möchte diesen Blog lieber dafür nutzen, generelle Themen zu diskutieren. Schön wären solche Themen, die nicht direkt mit unserem Berufsleben zu tun haben; vielleicht schon mit der Musikwelt, denn ansonsten müsste ich über Dinge sprechen, von denen ich keine Ahnung habe, aber mehr als lose Zusammenhänge mit eben dieser.

Natürlich werden Musik und der zugehörige Klatsch und Tratsch immer eine große Rolle spielen im Leben professioneller Musiker. Ich mag viele der Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, sehr gerne, und meistens mag ich auch die Orte, an denen ich auftrete. Bei beiden gibt es einige wenige Ausnahmen, aber ich kann mir kein besseres und aufregenderes Leben vorstellen als das eines Musikers, und ich bin sehr dankbar für all die schönen Erlebnisse, die ich in den vielen Jahren bereits haben durfte. Diese Gefühle werden natürlich häufiger in diesen Blog einfließen, aber ich hoffe, es wird sich die Waage halten.

Die Rolle von Musik in der Gesellschaft, die Musik selbst und die Möglichkeit, diese Musik Menschen zu präsentieren – all das macht meine Liebe zu diesem Beruf aus. Trotz Qualen von Selbstkritik, die ebenfalls zu diesem Leben gehören. Es ist eine unglaublich schöne Kunstform, eine, die ein Kind inspirieren kann und bis zum Lebensende bei ihm bleibt, zu ihm gehört. Niemals wird sie dabei zur Routine oder erschöpft sich. Mir ist es jedenfalls so ergangen. Die spirituellen Belohnungen kann ich kaum in Worten ausdrücken, und die Höhen und Tiefen der beruflichen Welt werden diese Gefühle nie trüben.

Später, in meinen nächsten Einträgen, würde ich gerne ein paar Gedanken loswerden zu generellen Themen, die relevanter sind für andere als meine eigene Karriere und mein persönliches Leben.

Zum Beispiel ist mir über die Jahre immer klarer geworden, wie Autoren, Maler und andere kreative Künstler nicht nur beeinflusst sind von Politik, sondern bis zu einem gewissen Grad sogar festgelegt und bestimmt davon. Dieses Thema würde ich gerne erkunden, vielleicht beginnend mit dem Kalten Krieg.

Aber noch ist nicht die Zeit dafür. Dieses soll nur ein Auftakt sein, ein Willkommensgruß für all diejenigen, die gerne lesen, was ich schreibe, und vor allem auch für diejenigen, die mir antworten möchten.

Ich hoffe, Ihnen gefällt diese Seite in ihrem jetzt noch embryonischen Zustand, es könnte noch interessant werden über die Jahre.

Ps: Eigentlich wollte ich eine kurze Einführung schreiben...

 

Anmerkung: Bei diesem Text handelt es sich um eine Übersetzung. Das Original finden Sie unter diesem Link.